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Reiserechtliche Informationen

Gestrandete Touristen, stornierte Flüge und geplatzte Urlaubsträume. Tausende von Reisenden sind aktuell von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Im folgenden Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen für Reisende:

 

Kann ich meine Reise stornieren?

Diese Frage lässt sich nicht ohne Weiteres mit Ja oder Nein beantworten. Es kommt entscheidend auf die Situation vor Ort an. Sofern die Urlaubsreise in ein Risikogebiet erfolgen soll, wie z. B. Italien, China, Japan, Südkorea oder Iran, ist eine Stornierung möglich.

Die Situation verändert sich aufgrund der Ausbreitung des Virus jedoch ständig. Eine Informationsquelle bietet hier das Auswärtige Amt. Das Auswärtige Amt hat am 17. März 2020 eine weltweite Reisewarnung herausgegen. Bei unmittelbar bevorstehenden Reisen in Risiko-Gebiete besteht derzeit das Recht auf eine kostenfreie Stornierung. Bei Flugbuchungen zeigen sich derzeit die Airlines recht kulant. Viele Airlines bieten derzeit die Möglichkeit, den Flug auf einen anderen Termin umzubuchen.

 

Was gilt bei Pauschalreisen?

Pauschalreisende genießen gegenüber Individualreisenden einen besonderen Schutz. Das Pauschalreiserecht ist besonders detailliert geregelt. Gleichwohl empfiehlt sich eine vorschnelle Absage der Reise nicht. Kontaktieren Sie zunächst Ihren Reiseveranstalter, um Reisen in Risiko-Gebiete kostenfrei zu stornieren oder zu verschieben. Da eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes und zusätzlich Einreisebeschränkungen der Regierung des Ziellandes vorliegt, wie z. B. für die USA, ist eine kostenfreie Stornierung in der Regel möglich. Im Zweifel ist dieser Anspruch auch gerichtlich durchsetzbar.

Sagt ein Reiseveranstalter die Reise ab, ist das für Sie kostenfrei. Es kann in diesen Fällen sogar ein Anspruch auf Schadensersatz bestehen.

 

Was gilt bei selbstorganisierten Reisen?

Wer Reisebestandteile, wie Flug, Unterkunft, Mietwagen etc. separat bucht und sich seine Reise so selbst zusammenstellt, genießt keinen besonderen Schutz. Sofern die Airline oder die Unterkunft den Aufenthalt storniert, erhalten Sie Ihren Reisepreis zurück. Findet der Flug jedoch statt, sind Sie auf die Kulanz der Airline angewiesen.

Das gleiche gilt für Bahnreisen in betroffene Gebiete. Sofern die Unterkunft in einer Region liegt, die von den örtlichen Behörden abgesperrt wurde, wie z. B. in Italien, ist das Hotel schon von sich aus verpflichtet, den Vertrag zu stornieren. Die Stornierung ist dann für Sie kostenlos. Viele Airlines bieten derzeit die Möglichkeiten, den Flug auf einen späteren Zeitpunkt umzubuchen. Auch viele Mietwagenverleiher passen derzeit ihre Stornierungsbedingungen zugunsten der Kunden an.

 

Was gilt bei Kreuzfahrten?

Auch für Kreuzfahrten gilt, dass diese nicht ohne Weiteres kostenfrei storniert werden können. Voraussetzung für eine Stornierung ist eine konkrete Gefährdung und damit eine erhebliche Beeinträchtigung der Reise. Eine solche Gefährdung muss aber zum Zeitpunkt der Reise vorliegen oder eintreten können.

Kommt es jedoch zu einer massiven Routenänderung einer Asien-Kreuzfahrt aufgrund der Ausdehnung des Virus, ist ein kostenloser Rücktritt vom Reisevertrag möglich. Viele Kreuzfahrt-Veranstalter haben ihren Betrieb jedoch ohnehin vorübergehend eingestellt, aufgrund der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Für Reisende werde kostenlose Umbuchungsmöglichkeiten

 

Rückreise, Unterkunft und Verpflegung im Ausland

Wenn Sie eine Pauschalreise bei einem Reiseveranstalter gebucht haben, hat der Reiseveranstalter eine sogenannte Beistandspflicht. Der Reiseveranstalter muss für die Betreuung vor Ort sorgen und auch die Kosten übernehmen. Wenn die Rückreise mit zum Vertrag gehört, kümmert sich der Veranstalter auch um die verspätete Rückreise und trägt die Kosten.

Bei einer Individualreise kann es allerdings durchaus schwieriger werden. Hier kann der Hotelier möglicherweise verlangen, dass der Urlauber zumindest die Verpflegung selbst übernimmt.

 

Arbeitsrechtliche Auswirkungen

Kann ein Arbeitnehmer wegen eines ausgefallenen Flugs nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zurückkehren, ist das sein Problem. Gibt es kein alternatives Transportmittel zurück, muss er entweder beim Arbeitgeber zusätzliche Urlaubstage beantragen – oder er nimmt hin, dass der Chef die Fehltage nicht entlohnt. Abmahnungen sind jedoch nicht zu erwarten, da es regelmäßig an dem dafür erforderlichen Verschulden des Arbeitsnehmers fehlen dürfte.

 

Wann besteht das Recht auf eine Reisekostenerstattung?

Wer aus eigener Sorge vor einer Ansteckung vom Reisevertrag zurücktreten möchte, muss für die Stornokosten selbst aufkommen. Hier greift keine Rücktrittskostenversicherung. Ein kostenfreier Rücktritt ist nur dann möglich, wenn es am Reiseziel zu erheblichen Beeinträchtigungen oder einer konkreten Gefahr kommt und im besten Fall das Auswärtige Amt oder die World Health Organisation (WHO) eine Reisewarnung ausspricht. Ein Anspruch auf einen kostenfreien Rücktritt besteht auch dann, wenn das Hotel in einem abgeriegelten Gebiet liegt und man gar nicht hinkommen kann. Wer allerdings seinen Flug individuell gebucht hat und der wie geplant stattfindet, muss den bezahlen – selbst dann, wenn das Hotel im Zielgebiet nicht erreicht werden kann.

 

Sagt ein Reiseveranstalter die Reise ab, so muss er innerhalb von 14 Tagen den vollen Reisepreis zurückerstatten. Allerdings darf der Veranstalter die Reise nur absagen, wenn er aufgrund unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände den Vertrag nicht mehr erfüllen kann. Hat er nur aus wirtschaftlichen Gründen die Reise abgesagt, so kann der Kunde Schadensersatz wegen entgangener Urlaubsfreuden fordern. Bietet der Reiseveranstalter eine andere Reise an, so muss der Kunde dies nicht akzeptieren.

 

Wann zahlt die Reiserücktrittsversicherung?

Sofern Sie eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen haben, hilft diese nur weiter, wenn Sie eine Reise wegen einer Krankheit nicht wahrnehmen können. Wenn Sie oder ein naher Angehöriger sich also in Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt haben, gilt dies als unerwartet schwere Erkrankung und die Reiserücktrittsversicherung greift in diesem Fall.

Die Gefahr, sich im Urlaub mit dem Coronavirus anzustecken, reicht für eine Inanspruchnahme der Reiserücktrittsversicherung nicht aus. Einige Versicherer haben für Pandemien eine Ausschlussklausel in ihren Versicherungsbedingungen, die den Versicherer in jedem Fall befreit.

 

Die Kanzlei Hufnagel berät sie gerne umfassend zu den rechtlichen Möglichkeiten und den Ihnen zustehenden Ansprüchen. Rufen Sie uns sofort an, bevor Sie eigene Schritte einlegen, die Ihre Ansprüche nachhaltig negativ beeinflussen könnten.

 

Unsere Partner

Dipl. Kfm. Markus Steiner

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